ELSA: Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung

SoFFi F.-Teilprojekt FoBeBe
Ungewollte Schwangerschaften – Folgen, Bewältigung und Bedarf.
Statistische Analysen und qualitative Analysen unter Einbezug
betroffener Männer

Im Auftrag des Bundesministerium für Gesundheit (BMG)


Projektlaufzeit
01.11.2020 – 30.10.2023
 

Leitung: Prof. Dr. Cornelia Helfferich


Kooperationspartner

Das Forschungsprojekt wird im Verbund von sechs Hochschulen bzw. Einrichtungen durchgeführt. Neben SoFFI F. gehören dem Verbund an:

  • Hochschule Fulda (Prof. Dr. Daphne Hahn, Gesamtkoordination und Leitung)

  • Hochschule Merseburg (Prof. Dr. Maika Böhm)

  • FU Berlin (Prof. Dr. Christine Knaevelsrud)

  • Klinik für Psychiatrie der Universität Ulm (PD Dr. Silvia Krumm)

  • Hochschule Nordhausen (Prof. Dr. Petra Brzank)


Durchführung der standardisierten Befragung: N.N.


Projektziel

Ziel des Forschungsprojekts „ELSA - Erfahrungen und Lebenslagen ungewollt Schwangerer – Angebote der Beratung und Versorgung“ ist die Verbesserung der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung ungewollt schwangerer Frauen auf der Basis wissenschaftlich-empirischer Erkenntnisse.

Das SoFFI F. knüpft an die eigene langjährige Forschung zu Familienplanung im Lebenslauf an – ein Projektzyklus, in dem über die Jahre hinweg im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zuerst Frauen, dann Männer, dann Frauen und Männer mit Migrationshintergrund zu der Notwendigkeit und der Schwierigkeit der Familienplanung befragt wurden. In dem letzten Durchlauf 2012 bis 2020 lag der Schwerpunkt bei der Entstehung ungewollten Schwangerschaften von 20- bis 44-jährigen Frauen, bei ELSA wird nun die Entwicklung und der Versorgungsbedarf nach dem Eintritt der Schwangerschaft untersucht.

  • Gestützt auf die internationale Forschung, die besagt, dass nicht der Abbruch einer Schwangerschaft als solcher, sondern die ungewollt eingetretene Schwangerschaft unter schwierigen Lebensumständen Belastungen erzeugt, werden Belastungen bei gewollt und ungewollt eingetretenen und bei ausgetragenen und abgebrochenen ungewollten Schwangerschaften verglichen.

  • Da Probleme nach der Geburt oder nach einem Schwangerschaftsabbruch wesentlich von den vor dem Eintritt der Schwangerschaft vorliegenden Problemlagen abhängen, wird eine übergreifende Entwicklungsperspektive eingenommen. Gefragt wird nach biografischen Dynamiken und nach dem Beitrag von Unterstützung und Versorgung zu Verarbeitungsprozessen.

  • Partner (bei tragfähigen Partnerschaften) werden in der qualitativen Teilstudie einbezogen, um dyadische Verarbeitungsprozesse und die Perspektive von Männern kennen zu lernen und entsprechende Schlussfolgerungen für die Unterstützung von Männern und Paaren zu ziehen.
     

Beantwortet werden Fragen wie:  

  • Welche Entwicklungsverläufe lassen sich beschreiben?

  • Welche Rolle spielen Belastungen und Ressourcen sowie Unterstützung während der Schwangerschaft und danach? Belastungen werden breit in den Blick genommen: von der ökonomischen Situation über die partnerschaftliche Situation bis hin zu gesellschaftlichen Stigmatisierungen und sozialer Einbettung.

  • Welche Bedarfe an Unterstützung und Versorgung bestehen und wie konnten sie gedeckt werden? Welche Erfahrungen wurden mit dem Unterstützungs- und Versorgungssystem gemacht?
     

Methodik

Das Forschungsdesign sieht einen Mixed Method-Ansatz vor mit

  • einer standardisierten, repräsentativen Wiederholungsbefragung von Frauen mit ungewollten Schwangerschaften in den letzten fünf Jahren sowie eine parallele standardisierte Befragung von Frauen, die in diesem Zeitraum eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen haben. mit dem gleichen Instrument.

  • Ein Follow-up: Beide Gruppen werden nach einem Jahr erneut mit einem Fragebogen befragt,

  • eine qualitative Interviewstudie, bei der Frauen und deren Partner ihre Geschichte mit den Entwicklungen nach ungewollt eingetretenen Schwangerschaften, einschließlich der zu Belastungen und Ressourcen erzählen (in Kooperation mit der Hochschule Fulda).
     

Die Themen der Verbundpartnerinnen

Zwei Verbundpartnerinnen untersuchen den Stand der psychosozialen (Hochschule Merseburg) und medizinischen Unterstützungs- und Versorgungsangebote sowie die Perspektive von Fach- / Leitungskräften und Verbänden (Hochschule Fulda, Hochschule Merseburg). Die psychosozialen Unterstützungsangebote werden über Strukturdaten, Expertenwissen und eine Medienanalyse erfasst. Für die Darstellung der regionalen Verteilung und Unterschiede medizinischer Angebote werden Ärzte und Ärztinnen befragt, die Abbrüche vornehmen, eine Gesamtbefragung in ausgewählten Regionen sowie vorbereitende und vertiefende Interviews durchgeführt.
Weitere Verbundpartnerinnen befragen Frauen mit speziellen Problemlagen wie psychische Belastungen (Universität Ulm), Gewalt- und Migrationserfahrungen (Hochschule Nordhausen) und Traumatisierungen (FU Berlin).
 

Das Team

„under construction“