frauen leben 3: Familienplanung im Lebenslauf von Frauen

frauen leben 3: Familienplanung im Lebenslauf von 22- bis 44-jährigen Frauen

im Auftrag:         Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Leitung:              Prof. Dr. Cornelia Helfferich
Kooperationen:  Institut für Soziologie der Universität Freiburg (Prof. Dr. Wolfgang Eßbach)
                           KANTAR EMNID, Bielefeld (Heidrun Bode)

Die Studie gehört zu den größten und wichtigsten repräsentativen Bevölkerungsbefragungen zur Familienplanung im Lebenslauf in Deutschland und Europa. Sie geht davon aus, dass Familienplanung heute wichtig und notwendig ist, aber auch nicht einfach und widerspruchsfrei. Angesprochen sind alle Frauen: Familienplanung betrifft ganz allgemein die „Gestaltung der privaten Lebensformen mit oder ohne Kinder“ – sie ist also ein Thema von kinderlosen Frauen ebenso wie von Müttern, von allein oder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lebenden Frauen ebenso wie von verheirateten Frauen.
Das Team untersuchte mit verschiedenen Zugängen Themen wie Kinderwunsch, Partnerschaften und Lebensformen mit und ohne Kinder, Verhütung, Schwangerschaften und Geburten sowie Kinderlosigkeit. Ausgewertet wird auch, wie die berufliche Entwicklung und das Aufziehen von Kindern zusammengehen. Dabei wird die Unterschiedlichkeit von Frauen beachtet. Einer der Schwerpunkte der Studie ist die Frage, wie es zu ungewollten Schwangerschaften kommt. Die Studie liefert unter anderem Erkenntnisse darüber,

•    in welchen Lebensphasen, in welchen Lebenslagen und unter welchen situativen Umständen Kinder bzw. entsprechend keine Kinder gewünscht wurden, und was Frauen über „den richtigen Zeitpunkt im Leben für ein Kind“ und über die angemessene Familiengröße denken,

•    warum trotz der Möglichkeiten, sicher zu verhüten, Schwangerschaft – entgegen den eigenen Vorstellungen – eintreten konnten, und was aus diesen Schwangerschaften wurde.

Mit diesem Wissen – so das Ziel der Studie – soll die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dabei unterstützt werden, auf den Bedarf von Frauen zugeschnittene Informationsmaterialien (Broschüren, Materialien, Filme etc.) und Fortbildungskonzepte unter anderem zur Familienplanung zu erstellen. Für ihre Arbeit muss und will die BZgA wissen, wie Menschen in Deutschland zu den Fragen von Kindern, Familiengründung, Vereinbarkeit Familie und Beruf, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch stehen und ob und wo sie Beratung und Informationen brauchen.

Befragt wurden 2011 bis 2016 20- bis 44-jährige Frauen in sieben Bundesländern.

•    2012: Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen (zusammen 4.002 Frauen)
•    2016: Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz (zusammen 4.519 Frauen)


Die Stichprobe wurde als Zufallsstichprobe aus Telefonregistern gezogen.
Die Studie wird 2017/18 in einer dritten Befragungsrunde ausgedehnt auf Brandenburg, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen (6.000 Frauen). Wenn Sie angefragt wurden, an der Studie teilzunehmen: Hier finden Sie weitere Informationen.


WIE WURDE BEFRAGT?  

a)    Standardisierte, repräsentative Bevölkerungsbefragung mit eine standardisierten Fragebogen,  CATI-Telefoninterviews, durchgeführt von KANTAR EMNID:
Hier werden Aussagen dazu erarbeitet, welche Aspekte der Familienplanung wie verbreitet sind und welche statistischen Zusammenhänge es zwischen den äußeren Umständen und der Entwicklung der Familienplanung gibt. Erfragt wurden bzw. werden unter anderem

  • Zurückliegende Erfahrungen im Lebenslauf: gewollte, eingeschränkt gewollte und ungewollte, ausgetragene und abgebrochene  Schwangerschaften
  • für den aktuellen Zeitpunkt: Partnerschaft, Kinderwunsch, Verhütung
  • Sozialdaten, biografische Eckdaten

b)    Ergänzende offene Interviews mit einem Leitfaden (2012: 97 Interviews und 2018: 20 Interviews geplant).  Hier geht es vor allem darum, die Perspektive der Frauen selbst zu erfahren, indem sie persönlich zu Wort kommen. Die frei erzählte Geschichte, gestützt durch einige Nachfragen, steht im Mittelpunkt.

c)    Ergänzende Experteninterviews mit Beraterinnen aus Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen (nur 2012, 24 Interviews). Beraterinnen haben viel Erfahrung und wurden gebeten, die Ergebnisse aus den Befragungen einzuordnen und zu kommentieren.

 

DAS TEAM

(Erste Runde): Diana Cichecki; Judith Eckert, M.A. Soziologie; Annemarie Graf, M.A. Soz.-Arbeit; Yvonne Heine, M.A. Soz.-Arbeit; Heike Klindworth, Dipl. Biol.; Christine Straub, M.A. Soz.-Arbeit; Stefanie Oyoyo; Jennifer Wägerle, M.A. Soz.-Arbeit; Rainer Wagner; Julia Wiesinger; Ines Wlosnewski, Diplom-Demografin

(Zweite Runde): Sarah Bühler, M.A. Soz.Arb.; Pavla Krizanova; Dr. Marc Neu; Sabine Steiner, M.A. Soz.Arb.; Petra Stromberger


VORLÄUFERSTUDIEN

•    „frauen leben 2. Familienplanung und Migration im Lebenslauf“
      (2007-2011, türkische und osteuropäische Migrantinnen)

•    „männer leben. Familienplanung im Lebenslauf“ (2004, Männer)

•    „frauen leben 1. Familienplanung im Lebenslauf“ (1998; Frauen)


PUBLIKATIONEN

NEU -  Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Familienplanung im Lebenslauf - Sonderauswertung des kombinierten Datensatzes "frauenleben 3" von 2012 und 2016 (Hg) BZgA

frauen leben 3 - Familienplanung im Lebenslauf von Frauen -
Schwerpunkt Ungewollte Schwangerschaften
(Hg) BZgA
Abschlussbericht

frauen leben 3 - Familienplanung im Lebenslauf (Hg) BZgA
Erste Forschungsergebnisse zu ungewollten Schwangerschaften und Schwangerschaftskonflikten
Zwischenbericht

Eine Liste der Vorträge zum Projekt frauenleben 3 finden sie hier

Zudem sind vier Länderberichte erschienen, (Hg) BZgA:

- „Familienplanung in Berlin“
- „Familienplanung in Sachsen“
- „Familienplanung in Niedersachsen“
- „Familienplanung in Baden-Württemberg“