Auswertung der Briefe von Betroffenen an die Erste Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Auftraggeber:  Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM)

 

Kooperation:   Uniklinikum Ulm

 

Zeitraum:        10/2017 – 09/2018

 

Projektziel   

     
Angesichts der großen Zahl auszuwertender Dokumente ist eine Systematisierung zu Beginn erforderlich.

•             Informationen über Person und Tatkontext

•             Historische Einordnung

•             Annahmen über unterschiedliche Formen der Verarbeitung sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Sie sollen sowohl aus der bestehenden Literatur, als auch aus Beispielen aus den vorhandenen Briefen formuliert werden.

•             Weitere wichtige Themen, die sich in den Briefen finden, sollen ebenfalls aufgenommen werden, so beispielsweise die Auseinandersetzung mit Kirche und Glauben. Grund hierfür ist, dass die Briefe im ersten halben Jahr der Tätigkeit von Frau Dr. Bergmann sehr stark der Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche und in der Folge mit beiden Kirchen geprägt waren.

 

Inhaltlich sollen darüber hinaus Arbeitshypothesen in Bezug auf Metaphern, Positionierungen und Attributionen im Zusammenhang mit dem erfahrenen Leid und späterer Bewältigung von Belastungen entwickelt und am Material überprüft werden.

Projektergebnis wird im Herbst 2018 ein Abschlussbericht sein, der mit einem zu berufenden Projektbeirat diskutiert wird. Dieser soll dem UBSKM erlauben, die geplante Hauptstudie nach der Klärung aller Risiken (Datenschutz, welche Grundgesamtheit steht dann noch zur Verfügung, wie viele Einwilligungen liegen vor, lassen sich die Fragen tatsächlich in diesem Material untersuchen etc.) bei Fortbestehen seiner Stelle zu vergeben.

 

Beschreibung   


Aus der Amtszeit von Frau Dr. Bergmann liegen über 900 schriftliche Dokumente (ca. 450 Postzusendungen, 490 E-Mail-Zuschriften) vor, welche im Rahmen der damaligen Begleitforschung, die sich hauptsächlich auf die telefonische Anlaufstelle konzentrierte, nur kursorisch ausgewertet worden sind.

Um nun die Auswertung der vorliegenden Schriftstücke im Rahmen eines weiteren Aufarbeitungsprojektes umfassend vornehmen zu können, wurde zunächst einer Machbarkeitsstudie beantragt und vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindemissbrauchs (UBSKM) bewilligt, um die rechtlichen und ethischen Voraussetzungen zu prüfen. Ein wesentlicher Teil der Machbarkeitsstudie ist die Formulierung eines Ethikantrags sowie die entsprechende Anpassung und die Entwicklung von Anschreiben an die Betroffenen, deren Zustimmung zu einer weiteren Auswertung ihrer Schreiben eingeholt werden muss. Ein nächster Schritt ist eine sorgfältige Prüfung des vorliegenden Materials: Es muss abgeklärt werden, welche Auswertungsstrategie für dieses sehr heterogene Material – Briefe, Mails, ganze Lebensgeschichten, kurze Einwürfe, Gedichte, Akten – geeignet ist. Daraufhin müssen geeignete Forschungsfragen für die folgende inhaltliche, rekonstruktive Auswertung der Texte entwickelt werden. Letzteres wird partizipativ unter Einbeziehung des Betroffenenrates beim UBSKM erfolgen. 

Der Abschlussbericht wird dem UBSKM zur Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt. Ebenso sollen die Ergebnisse des Berichts von der Unabhängigen Kommission genutzt werden können. Frau Dr. Bergmann und Frau Prof. Kavemann werden als persönliche Mitglieder der Kommission hier die enge Verbindung und Abstimmung sicherstellen.

 

Kontakt              

Prof. Dr. Barbara Kavemann: barbara.kavemann[at]eh-freiburg.de