Auf-Wirkung. Aufarbeitung für wirksame Schutzkonzepte in Gegenwart und Zukunft.

Teilprojekt von SoFFI F.

Nähe und Distanz, Bedürftigkeit und Abgrenzung, Kontrolle und Selbstbestimmung: Förderung von körperlicher und sexueller Integrität bei Jugendlichen in stationären Institutionen.

 

Kooperationspartner:

Sozialwiss. Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen | FIVE e.V. (SoFFI F.), Freiburg
Prof. Dr. Barbara Kavemann

Goethe-Universität Frankfurt am Main
FB Erziehungswissenschaften - Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung
Prof. Dr. Sabine Andresen

Universität Hamburg
Medizinische Fakultät - Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie
Prof. Dr. med. Peer Briken

Institut für Praxisforschung und Projektberatung, München
Prof. Dr. Heiner Keupp

Universität Rostock
Philosophische Fakultät - Institut für Allgemeine Pädagogik und Sozialpädagogik
Prof. Dr. phil. habil Jens Brachmann
 

Zeitraum:        03/2018 – 12/2020

 

+++ Aktuell: Einladung zur Zukunftswerkstatt am 17.1.2020 in Berlin. Für weitere Infos bitte hier klicken! +++

 

Projektziel   

     
Das von SoFFI F. durchgeführte Teilprojekt gehört einem Forschungsverbundprojekt im Rahmen der zweiten Förderlinie des BMBF „Sexueller Missbrauch in pädagogischen Kontexten“ an. Aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen ist der Ausgangspunkt des Verbundes und der fünf einzelnen Teilprojekte. Ausgewertet werden Protokolle von Anhörungen, die von der „Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs" durchgeführt werden, und weitere eingegangene schriftliche Berichte. Sie sollen für neue Ansätze von Schutzkonzepten interpretiert werden.

Arbeitsziele sind:

  • Erstens Erfahrungen von Betroffenen in und mit Institutionen verschiedener historischer Phasen themenspezifisch zu   analysieren, aufzubereiten und dabei auch strukturelle Ermöglichungsbedingungen und lebensweltlich relevante Aspekte von Nähe/Distanzverhältnissen zu rekonstruieren.
  • Zweitens die daraus resultierenden Erkenntnisse mit aktuellen Herausforderungen kontrastieren, validieren und weiterführen.
  • Drittens richtet sich davon ausgehend der Blick „nach vorne": Es sollen anwendungsbezogene Leitlinien für eine „Aufarbeitung vor Ort" und den institutionellen Schutz von Kindern und Jugendlichen in Zukunft entwickelt und eine zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur adressiert werden.

 

Beschreibung   

Über eine multiperspektivische Anlage des Gesamtprojektes werden in den fünf Teilprojekten jeweils bis zu 50 Anhörungen und 20 schriftliche Berichte ausgewertet sowie Gruppendiskussionen in unterschiedlichen lnstitutionentypen und mit verschiedenen Akteuren durchgeführt und ausgewertet. Alle Ergebnisse werden in Zukunftswerkstätten mit Jugendlichen diskutiert und weiterentwickelt. Außerdem wird eine Metaanalyse von bisher stattgefundenen internationalen und nationalen Aufarbeitungsprojekten durchgeführt. Die Arbeit mündet in handlungsbezogenen Leitfäden für Aufarbeitung und Schutz vor Ort in Institutionen. Die enge Zusammenarbeit in den Teilprojekten wird als Nachwuchsforschergruppe organisiert, so dass neben den inhaltlichen Ergebnissen auch eine nachhaltige Verankerung der Thematik in der aufzubauenden Wissenschaftslandschaft gewährleistet wird.


Im Teilprojekt von SoFFI F. wird die Bedürftigkeit Jugendlicher in Institutionen nach Zuwendung, Nähe und Schutz einerseits sowie den Bedarf an Rückzug, Privatsphäre und Vertraulichkeit andererseits aus der Perspektive heutiger und ehemaliger Heimkinder erforscht, historisch eingeordnet  und die Konzepte professioneller Distanz und professioneller Nähe überprüft.

Zentrales Ergebnis des Verbundes wird ein Leitfaden zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Institutionen sein, der den Bogen von einer Be- und Verarbeitung institutioneller und individueller sexualisierter Gewalt zu in der Zukunft wirksameren Schutzkonzepten spannt.

Team SoFFI F.             

Prof. Dr. Barbara Kavemann: barbara.kavemann[at]eh-freiburg.de (Projektleitung)
Bianca Nagel: bianca.nagel[at]eh-freiburg.de (wissenschaftliche Mitarbeit)
Stefanie Pham (wissenschaftliche Hilfskraft)
Petra Stromberger (Assistenz)