Verbundprojekt: Schutzprozesse gegen sexuelle Übergriffe: Partizipative Prävention im sozialen Umfeld vulnerabler Jugendlicher

SoFFi F.-Teilprojekt
Verzahnung qualitativer Analysen von Bystanderdynamik und innovativer Methodenentwicklung


Projektlaufzeit
01.04.2018 bis 31.10.2020


Kooperationspartner
Deutsches Jugendinstitut (DJI), München


Projektziel

Gesamtziel des Vorhabens ist die wissenschaftlich fundierte Entwicklung und Erprobung von innovativer, im sozialen Umfeld von Jugendlichen als Kontext ansetzender Prävention von sexueller Viktimisierung. Zielgruppe sind marginalisierte Mädchen und Jungen, die ein besonders hohes Risiko haben, sexuelle Übergriffe zu erfahren.
Das Vorhaben soll dazu beitragen, in pädagogischen Einrichtungen (stationäre Jugendhilfe, Hauptschulen) Schutzprozesse zu etablieren, die auf das Umfeld vulnerabler Jugendlicher zielen. Schutzprozesse umfassen dabei die drei Ebenen der (1) persönlichen Erfahrung, sich schützen zu können, (2) der Intervention zugunsten des Schutzes anderer im sozialen Umfeld und (3) der Herstellung eines schützenden Umfelds innerhalb und außerhalb der Einrichtung.
Es werden Erkenntnisse des Projekts „Prävention von Re-Viktimisierung bei sexuell missbrauchten Jugendlichen in Fremdunterbringung“ aufgegriffen, dass multiple Gefährdungs- und Stigmatisierungserfahrungen die Vulnerabilität für (erneute) Viktimisierung deutlich erhöhen – hier ist eine spezifische Prävention dringlich.
Als lebensangemessene Form der Prävention wird das Medium des Mitmach-Theaters entwickelt. Präventionspraxis und (qualitative) Datenerhebung sind verzahnt.
 

Ziele des SoFFi F.- Teilprojekts
"Verzahnung qualitativer Analysen von Bystanderdynamik und innovativer Methodenentwicklung"

(1)    Wissenserweiterung: Wiss. Erkenntnisse zur Dynamik im sozialen Umfeld (Peers, Wohngruppe, Beziehungen) aus Sicht von Jugendlichen (qualitative Erhebungen): Bedeutung von Interaktionsregeln und Rollen, des Machtgefüges, von sexuellen Normen und Werten für Schutzprozesse („sicherer Ort“).
(2)    Neue, kreative und partizipative Impulse für die Prävention bei spezifisch vulnerablen Gruppen und für die Fortbildung von Fachkräften: Aufhellung von Möglichkeiten von Interventions- und Schutzhandeln unter (vulnerablen) Jugendlichen selbst, Aufhellung von Unterstützungsmöglichkeiten bei Desistance-Prozessen bei Viktimisierungs-„Karrieren“, die sich zu verfestigend rohen, mit qualitativen Methoden.
(3)    Weiterentwicklung institutioneller Prozesse und professionellen Handelns: Innovative und partizipative Entwicklung eines ansprechenden Präventionsangebots für vulnerable und marginalisierte Jugendliche.
(4)    Ein innovativer und partizipativer Ansatz in der Methodenwahl: Transfer der Erkenntnisse zu Schutzprozessen durch den Austausch mit der Praxis und Bereitstellung von erarbeiteten Materialien (Workshopkonzept, Videoclip).

 

Zielgruppe

16- bis 19-jährige Mädchen in der Jugendhilfe mit einer Vorgeschichte sexueller Gewalt und zum anderen bildungsbenachteiligte, marginalisierte Mädchen und Jungen (Gruppen mit erhöhter Vulnerabilität).
Auf institutioneller Ebene sind die Zielgruppen die Fachkräfte in Einrichtungen stationärer Jugendhilfe und von Hauptschulen sowie Fachverbände und andere Professionelle in Leitungsfunktionen.


Methodisches Vorgehen

Qualitative Erhebungsverfahren Gruppendiskussionen, Einzelinterviews, teilnehmende Beobachtung), standardisierte Instrumente, partizipative Erhebungsansätze.

 

Publikationen

Helfferich, C., Doll, D. & Kavemann, B. (2019). Prävention sexueller Übergriffe auf Partys: Interventionen Dritter aus der Sicht Jugendlicher. Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, 22 (1), 26–41. doi:10.13109/kind.2019.22.1.26

Read More: https://www.vr-elibrary.de/doi/10.13109/kind.2019.22.1.26#.XT_pFS1XbOQ

 


Team

Prof. Dr. Barbara Kavemann (Projektleitung); Daniel Doll M.A. Soz. Arbeit; Jasmin Feldmann; Vanessa Nicklaus; Mandana Razavi; Petra Stromberger; Lisa Vatter

 

Kontakt

Prof. Dr. Cornelia Helfferich: helfferich[at]eh-freiburg.de
Prof. Dr. Barbara Kavemann: barbara.kavemann[at]eh-freiburg.de
Daniel Doll: daniel.doll[at]eh-freiburg.de